Samsung erneut unter Beschuss. Australischer Kunde stirbt aufgrund eines Galaxy-Bugs
Australien erlebt derzeit einen der schwerwiegendsten Technologieskandale der letzten Jahre. TPG Telecom – Eigentümer des Vodafone-Netzes – hat bestätigt, dass ein Nutzer in Sydney gestorben ist, nachdem sein Samsung-Gerät nicht in der Lage war, einen Anruf an die Notrufnummer 000 zu tätigen, obwohl das Netz ordnungsgemäß funktionierte. Der Grund? Ein Softwarefehler in älteren Galaxy-Modellen, der das automatische Umschalten auf ein anderes Netz in einer lebensbedrohlichen Situation verhindert.
Vertrauenskrise im System 000: „Das sollte 2025 nicht passieren“.
In den letzten Monaten wurde das australische Notrufsystem 000 unter die Lupe genommen, nachdem es zu einer Reihe von Abstürzen und drei Todesfällen im Zusammenhang mit Problemen im Optus-Netz gekommen war. Jetzt wurde eine weitere Sicherheitslücke aufgedeckt – diesmal sind mehr als 30.000 Samsung-Smartphones betroffen, die sich nicht immer mit Triple Zero verbinden können, wenn das Hauptnetz ein Problem hat und das Telefon automatisch zu einem anderen Betreiber wechseln sollte.
Was wurde enthüllt?
24.000 Samsung-Benutzer müssen ihre Software sofort aktualisieren.
6.000 weitere müssen ihre Telefone durch neue ersetzen – sie können nicht mit Software repariert werden.
TPG hat bereits angekündigt, dass es diese Geräte in seinem Netzwerk sperren wird, wenn die Nutzer nicht reagieren.
Samsung hat offiziell bestätigt, dass einige ältere Modelle bei Notrufen „keine korrekte Verbindung zum alternativen Netz herstellen“. Dabei handelt es sich nicht um eine einfache Fehlfunktion. Es handelt sich um einen Verstoß gegen eine grundlegende Funktion, die jedes Telefon unterstützen muss – einen Notruf unabhängig vom Netz.
Wer war schuld? Samsung? Die Telekommunikationsunternehmen? Die Regulierungsbehörde?
Alle Seiten versuchen, die Verantwortung abzuschieben, aber das Bild ist klar:
Samsung
Es war zu spät, um den Fehler zu identifizieren, der nach Ansicht von Experten bereits seit Jahren existiert haben könnte.
TPG / Vodafone
Sie hatten schon früher Kenntnis von dem Problem (Telstra hat bereits im Oktober Tests durchgeführt) – aber die Kommunikation mit den Kunden hat erst jetzt begonnen.
ACMA-Regulierungsbehörde
Kritisiert für Passivität und die Annahme, dass sich die Branche ’selbst reguliert‘.
Das Ergebnis ist eine inakzeptable Situation aus Sicht der öffentlichen Sicherheit, und Telekommunikationsexperten lassen kein Auge trocken.
Dies ist keine kleine Panne. Es ist ein Schlupfloch, das in einer kritischen Situation über Leben und Tod entscheidet.
– Mark Gregory, Analyst für den Telekommunikationsmarkt

Die Verbraucherorganisationen sagen ganz klar: Die Sperrung inkompatibler Geräte hätte schon vor einem Jahr beginnen müssen. Die Regierung hingegen kündigt an, dass die TPG vor den Senat geladen wird, um zu erklären, warum erst nach der Tragödie gehandelt wurde.
Liste der gefährdeten Modelle? Noch unvollständig
Die Tests von Telstra zeigen, dass mehr als 70 Samsung-Modelle fälschlicherweise Notrufe über das Vodafone-Netz tätigen können. Dazu gehören.
- Galaxy S-Serie (ältere Generationen)
- Galaxy A-Serie (einige günstige Modelle)
- Galaxy J-Serie (ältere und preisgünstige Smartphones)
Die Liste ist noch nicht vollständig veröffentlicht worden. Das bedeutet, dass das Problem noch größer sein und Hunderttausende von Benutzern betreffen könnte.
Die ACMA untersucht und prüft, ob TPG gegen die Sicherheitsvorschriften für Notrufe verstoßen hat. Samsung arbeitet mit den Netzbetreibern zusammen, aber es ist bereits klar, dass einige Geräte auf eine „schwarze Liste“ gesetzt werden. Die Sperrung älterer Modelle wird in den nächsten Wochen beginnen. Der australische Senat plant Anhörungen über kritische Telekommunikationsinfrastrukturen.
Wie ist es möglich, dass Smartphones im Jahr 2025 keinen Notruf absetzen können? Das Vertrauen in die Infrastruktur und die Betreiber des Staates ist schwer beschädigt – und das ist nur der Anfang der Geschichte.